Reitervereinigung Biberach e.V.
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QuickTipps für ReiterInnen 

(zusammengestellt von unserem Mitglied Hanno Wolfram)

Unsere Fachliteratur ist gefüllt mit Wichtigem und Wertvollen für die Reiterei im Alltag.
Hier wollen wir in unregelmäßiger Folge Literaturstellen kurz und knackig zitieren und zum reiterlichden Nachdenken anregen, um im Alltag besser werden. Bitte lasse uns Fragen und Anregungen jeglicher Art wissen., denn nur gemeinsam werden wir besser. Zum Nutzen für jeden von uns und zum Segen für unsere Pferde!

Erster Quicktipp: Reiten / Training planen

FN-Aufgabenheft: Die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes

Das Wissen um die Geschichte des Pferdes, um seine Bedürfnisse sowie die Kenntnisse im Umgang mit dem Pferd sind kulturgeschichtliche Güter. Diese gilt es zu wahren und zu vermitteln und nachfolgenden Generationen zu überliefern.

Anlass für den ersten Quicktipp:
Interview mit Jessica v. Bredow-Werndl - aus ReiterRevue 8/2018, Seite 27
Frage: ... Wie oft ... arbeiten sie Ihre Pferde an der Longe ... ?  - Antwort:  "Das kommt aufs Pferd und auf den aktuellen Trainingsplan an. ..... "

Der Kern von Jessicas Antwort, deren Schwiegervater mein Lehrmeister war, ist das Wort Trainingsplan.
"Who fails to plan, plans to fail." ist ein dazu passender und sehr berühmter Satz. Eigentlich kann man sich und sein Pferd nur weiter entwickeln, wenn man Trainingsschritte mit einem Ziel in einer Zeitreihe plant. Ungeplantes Ich reite halt, wie immer. führt eher nicht weiter. Wie sieht Dein Trainingsplan für Dein Pferd aus?

(M)ein erster Trainingsplan

Montag: Dressur

Ziel: nach der Stunde soll die Muskulatur der Hinterhand genauso warm oder geschwitzt sein, wie die an Hals und Vorhand. Da etwa 2/3 des Pferdegewichtes auf der Vorhand und 2/3 auf der viel stärker bemuskelten Hinterhand lasten, ist das Schwitzen der Hinterhand ein wichtiger Indikator, dass die Hinterhand aktiv ist. Zur Dressurasbildung bedarf es zu allererst einer gut trainierten Tragkraft der Hinterhand, im Unterschied zur nötigen Schnellkraft für das Springen.

Dienstag: Longieren

Ziel: alle drei Gangarten in Stellung und Biegung, wobei vor allem in Schritt und Trab die Hinterhand deutlich über die Vorhand hinaustritt. Mit dem Handy filmen und das "Übertreten" später in Zeitlupe anzuschauen, ist ein einfaches Mittel, Trainingserfolg überprüfen zu können und schult das eigene Auge.

Fragen zum Üben: Auf einer Skala von 1 bis 10 (=maximal)

Wie weit ist das "Übertreten" in dem Foto erfüllt?
Wie klar ist der 2-Takt des Trabes erkennbar?

Mittwoch: Springtraining

Ziel: Für mich und das Pferd erfühlbar machen, dass die "Schnellkraft" der Hinterhand gefördert wird. Das gelingt z.B., wenn man aus dem Trab in den Trab springt.
Anreiten im Trab und unmittelbar nach dem Landen, sofort wieder Trab. Zwei übereinanderstehende Cavalettis (ca. 1m) sollten völlig ausreichen.

Donnerstag: Vorwärts-Abwärts Reiten

Ziel: Das Pferd soll in beiden Maulwinkeln deutlichen Schaum entwickeln. Der Grad des Untertretens der Hinterhand unter den Schwerpunkt des Pferdes, ist dafür eine ganz wichtige Voraussetzung. Dies muss ein Sachkundiger / ReitlehrerIn während des Reitens prüfen.

Freitag: Dressur

Ziel: Jede Woche eine andere / neue Lektion reiten, üben und verfestigen. Die korrekte Hilfengebung selbst vorher wieder mal nachlesen. Das "LPO-Aufgabenheft" ist mit Abstand die beste Quelle dafür: jedes Wort zählt und muss verstanden sein. Man kann dies auch gemeinsam mit anderen ReiterInnen lesen und in den Alltag übersetzen.

Samstag: Gelände / draußen / Platz

Ziel: Entspannung und Genuss für Pferd und ReiterIn. Ohrenspiel und dressurmäßige Haltung des Pferdes sind der Maßstab aller Dinge.
Übrigens: Das normale Schritttempo eines Pferdes liegt bei 6 bis 8 km/h = wesentlich mehr als ein Fußgänger!

Sonntag: Cavaletti-Gymnastik

Ziel: Umfassende Entspannung des schwingenden Pferderückens. UNterstützt durch die Verlängerung von Schritten, Trabtritten und Galoppsprüngen mit HIlfe von Cavalettis oder Stangen. Der schwingende Rücken hinter dem Sattel muss von einem Sachkundigen / ReitlehrerIn während des Reitens überprüft werden.
Kunststoffstangen wie z.B. "Schwimmnudeln", anstatt hölzenre Stangen auf dem Boden, verhindern zuverlässig Pferdeverletzungen und sind leicht zu verschieben. Vorsichtig mit korrekten Abständen. 

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