Reitervereinigung Biberach e.V.
Reitervereinigung Biberach e.V. 

Regelmäßig berichten wir hier über Wissenswertes aus unserem Verein. Alle sollen informiert sein können.

Von unserem Mitglied Hanno Wolfram

 

Das Pferd als Therapeut

Die „Schwarzbach-Schule, Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum“ in Biberach und die Reitervereinigung Biberach pflegen seit 14 Jahren eine Kooperation, um behinderten Menschen ein Angebot zur Hippotherapie machen zu können. Seit 14 Jahren nimmt sich Brigitte Wall jede Woche die Zeit, Menschen mit Behinderungen durch den Kontakt mit dem Pferd in ihrem Leben zu unterstützen. Da der professionelle Umgang mit den behinderten Reitschülern von großer Bedeutung ist, hat Brigitte Wall vor zehn Jahren eine Ausbildung zum therapeutischen Reiten in Warendorf gemacht und mit der Prüfung beim Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten, dem entsprechenden Fachverband, erfolgreich abgeschlossen.

Die Frage, was das Reiten, die Begegnung mit und Bewegung auf dem Pferd für die TeilnehmerInnen bedeutet, ist einfach zu beantworten: es schenkt ihnen ein großes Maß an zusätzlichem Selbstvertrauen und gelegentlich erkennbar innige Freude. Dass ein so großes Tier auf das eigene Kommando anhält und stehen bleibt, bewegt in ihnen bereits eine Menge. Die Beteiligten melden sich freiwillig zur Arbeitsgemeinschaft Reiten und kommen jede Woche mit Betreuern in die Reitanlage. Es wird geputzt, gestreichelt, aufgetrenst und, mit einem Voltigiergurt ausgestattet, auf dem blanken Pferderücken geritten.

Das Führen eines solch großen Tieres ist bereits bedeutsamer Teil der Hippotherapie. Manchen TeilnehmerInnen muss man dabei zunächst Angst nehmen, andere in ihrer Unbedarftheit im Umgang mit Pferden eher bremsen. Anders als bei gesunden ReiterInnen, bleibt das Einschätzen eines Risikos oder das „Lesen“ des Pferdeverhaltens den Behinderten weitgehend verschlossen. Manchmal eine Herausforderung für Brigitte Wall und die BetreuerIn aus der Schwarzbachschule. In jedem Fall reagieren die Menschen deutlich positiv auf den Kontakt mit dem Pferd.

Zwischen dem Rosa-Bauer-Haus in Biberach und der Reitervereinigung gibt es ebenfalls eine solche Kooperation. Selbst wenn die mehrfach behinderten Menschen oft nicht einmal die Möglichkeit haben, in einer Werkstatt zu arbeiten, zaubert doch das Reiten mit Brigitte Wall ihnen regelmäßig ein Strahlen ins Gesicht.

Im Juli 2019 - Ausgabe 11

Drinnen und Draußen

Das Gesamtareal der Reitervereinigung umfasst zur Zeit 45.000 m². Ca. 25.000 m² davon sind Weiden für unsere Ponys und Pferde. Drinnen kümmern sich die Drei vom Stall und für draußen sorgt mit viel persönlichem Aufwand Moni Weisser. Mit Unterstützung des Landwirts und Ausschuss-Mitglieds Stefan Hörnle, wird gedüngt und gepflegt und dieses Jahr auch Kalk ausgebracht.

Nachdem der Hahnenfuß überhandnahm, hat die Veränderung des Boden-pH-Wertes durch den Kalk das Problem inzwischen gelöst. Auch die ungezählten Meter an Zäunen werden regelmäßig geprüft und wo nötig korrigiert. Langes „Grünzeug“, das den Zaun erreicht und Kontakt bekommt, leitet den Strom in die Erde. Dies bedeutet: Elektrozaun wirkungslos. Moni Weissers Beispiel Ausmähens der Zäune mit der Motorsense folgt inzwischen Cristian, einer der „Drei aus dem Stall“. Neben der Weidepflege, ist die Einteilung der Nutzung eine Herausforderung.

Die Weiden für die Ponys sind einfach eingeteilt: eine Weide für den Hengst und drei Weiden „zum Wechseln“ für die Ponyherde. Der Platz direkt vor dem Stall steht den Ponys das ganze Jahr zur Bewegung zur Verfügung.

Für die großen Pferde ist Einteilung und Verwaltung deutlich aufwändiger. Wer die Flächen auf dem Foto zählt, kommt auf 14 Einzelflächen. Hinzu kommen noch zwei kleine Sandpaddocks neben der Miste, die für den Freigang bei jedem Wetter zur Verfügung stehen. Die „Weiden“ ohne erkennbaren Bewuchs, werden als Matschkoppeln bezeichnet. Diese Flächen stehen für viele Wetterlagen als Auslauf und Bewegungsplatz zur Verfügung. Nachdem nicht alle Flächen ihre Grasnarbe verlieren dürfen, muss es Beweidungspausen geben. Wie auch nach dem Düngen und Kalken, bekommt das Gras unterjährig ebenfalls geplante Zeiten nachzuwachsen.

Abwechslung und natürliches Fressverhalten (Schritt für Schritt mit tiefem Kopf) sind wichtige Gründe, warum sich Pferde vermutlich freuen, nach draußen zu kommen. Zurzeit sind maximal drei Pferde gemeinsam auf einer Weide, die meisten nutzen allerdings die jeweilige Weide als Einzelzimmer. Die soziale Verträglichkeit der Pferde untereinander und das Verletzungsrisiko, wenn ein Pferd sich mal austobt, sind die Gründe dafür. Natürlich genießen auch unsere Schulpferde den Weidegang.  Die Pferdebesitzer unterstützen sich gegenseitig beim Pferde rein- und rausbringen und sich sprechen sich ab, welches Pferd wann und wie lange draußen bleibt. Die Ressource Weide ist auch bei uns beschränkt, weswegen gegenseitige Rücksichtnahme ein wichtiges Thema bei der Nutzung ist.

28. Juni 2019 - Ausgabe 10

Mal was Anderes

Jeder Arzt und die meisten Führungskräfte in Unternehmen folgen einem üblichen und verbindlichen Dreiklang: 1. Befunde sammeln, daraus 2. eine Diagnose ableiten und 3. und danach die Therapie beginnen. Eine Therapie ohne vorherige Diagnose muss als grober Fehler betrachtet werden.

Wer in seinem Leben schon mal geritten ist, kennt das: „Absatz runter!“, „Knie zu!“, „Hände hoch!“, „mehr Treiben!“ usw. Die Frage lautet: Kann es sein, dass die meisten dieser Aussagen bzw. Anordnungen ohne Diagnose stattfinden?“

Vielleicht sind diese „Kommandos“ doch nur spontane Reaktionen auf Wahrgenommenes, d.h. Therapieversuche ohne Diagnose. Man kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass beim Reiten oft nur an Symptomen herumgedoktert“ wird, anstatt aus den beobachteten Befunden erst eine Diagnose zu formulieren. Erst danach darf / kann ein fachlich fundierte reiterliche Therapie / geplantes Training beginnen. Da Reiten ein komplexes Zusammenspiel zweier Individuen ist, kann „Therapie“, d.h. die Weiterentwicklung des Pferdes oder des Reiters oder beider gemeinsam (Was denn eigentlich?) nur mit einem inneren Zusammenhang stattfinden. Diesen speziellen Zusammenhang nennt man vielerorts auch Deutsche Reitkunst.

(M)ein Beispiel zum besseren Verständnis:

  1. Befunde:
    Reiter pariert vom Trab zum Schritt mit auslaufendem Übergang. Das Halten ist nicht geschlossen, ein Hinterbein steht deutlich nicht unter dem Pferd. Dem Rückwärtsrichten fehlt der korrekte Zweitakt und wird vom Pferd frühzeitig beendet. Das folgende Antraben aus dem Halten erfolgt zögerlich.
  2. Reiterliche Diagnose: Das Pferd ist undurchlässig.
  3. Therapie / Trainingsplan: Vermittlung und Verfeinern der folgenden Grundlagen mit einem geplanten und erkennbarem didaktischen Konzept:
    „Nur aus einem korrekten Sitz heraus können richtige Hilfen gegeben werden. Der Reiter wirkt mit Gefühl, überlegt und eindeutig, jedoch möglichst unauffällig ein. Die Einwirkung des Reiters erfolgt durch Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen.“ (Zitat aus der LPO) NB: Die Reihenfolge der Hilfengebung ist von ganz besonderer Bedeutung!

Wie jede andere Therapie wird auch dieses Vorgehen Geduld und Beharrlichkeit benötigen, aber eben am Ende erfolgreich sein. Nur Paraden zu üben, das Halten zu korrigieren, mit Hilfsmitteln oder Helfern rückwärts zu richten und das zügige Antraben vom Pferd mit der Gerte zu fordern, führt erfahrungsgemäß in eine „Dauerschleife“,

18. Juni 2019

Die Drei vom Stall

Nadine, Cristian (auf dem Foto links) und Hamlet sind es, die sich an allen Tagen um unsere Pferde kümmern. Nadine ist bereits seit 11 Jahren wertvolle Hilfe in der Reitervereinigung Biberach.

Cristian und Hamlet sind beide aus dem EU-Land Rumänien und ihr landwirtschaftlicher Hintergrund lässt sie mit Maschinen, Stall und Pferden sachgerecht umgehen. Nadine hat sich die nötigen Kenntnisse während ihrer Tätigkeit bei uns erworben.

Morgens um 5:30 beginnt die gemeinsame Arbeit im Stall. Während Pellets oder Hafer gefüttert wird, pflegt einer mit dem Bahnplaner die Reithallen. Ausmisten, frisch einstreuen und Heu füttern sind meist bis 11:30 geschafft. Heu und Stroh werden jetzt schon für abends gerichtet. Morgens werden auch die Ponys gefüttert und ausgemistet. Unsere „Kleinen“ bekommen 3-mal wöchentlich auch frische Einstreu. Nachdem morgens die Stallgassen gefegt sind, ist Pause.

Von 18 bis 19 Uhr ist abendliches Füttern angesagt. Nachdem alles geplant und gut vorbereitet ist, sind die Abläufe bald erledigt. Wenn die Stallgassen sauber sind, ist Feierabend.

Am Freitagnachmittag steht in der Regel „Maschinenpflege“ an. Schlepper, Radlader und Stapler brauchen ebenfalls Aufmerksamkeit und Zuwendung. ?

Cristian und Hamlet wohnen inzwischen in der Anlage, jeweils im eigenen Zimmer mit Dusche. Dies stellt auch sicher, dass unsere Pferde und die Anlage nachts „bewacht“ sind.

Als Betriebsleiterin ist Carina Duelli deren akzeptierte Chefin. Sie freut sich übrigens, wenn ReiterInnen oder PferdebesitzerInnen hilfreiche Anregungen haben, die sie an Die Drei vom Stall weitergeben kann.

11. Juni 2019

Wirten im Reiterstüble macht Spaß

Lecker waren sie, die überbackenen Schinkennudeln. Es war an einem Dienstagabend, dann sind die meisten Gäste da. Die ReiterInnen der Reitstunden um 18 und 19 Uhr und an jedem ersten Dienstag im Monat auch die „Alten.“  Manchmal sind es bis zu 20 Gäste, die kommen, um Gleichgesinnte im Reiterstüble zu treffen. Die Erfahrungen zeigen, dass an einem normalen Dienstagabend zwischen drei und sechs Gäste auch „etwas kleines“ essen möchten. Wenn allerdings z.B. Spanferkel aus Moosbeuren oder Rehragout mit Spätzle angesagt sind, ist das Stüble voll.

Unser Reiterstüble ist ziemlich gut ausgestattet: Die Infrastruktur beinhaltet Tiefkühle, Kühlraum, Herd, Backofen, Mikrowelle etc. Umgetrieben wird unser Reiterstüble von jedem, der Freude daran hat.

Falls dies bereits Lust gemacht hat, selbst mal WirtIndann jetzt gleich Josef Sauter (Telefon: 07351-75585) ansprechen. Er ist der richtige Ansprechpartner im Vorstand. Dr. Elisabeth Isbary steht mit Rat und mit vielen Abenden Erfahrung ebenfalls gerne zur Verfügung.

Für die Umsetzung der Rolle als Stübles-WirtIn gibt es unterschiedliche Optionen:

  1. Man kann Fertiges, wie z.B. Saitenwürste, anbieten.
    Rührei mit oder ohne Schinken, „Strammer Max“, gebratener Leberkäse oder überbackene Seelen kann man ebenso an Ort und Stelle produzieren. Das vorherige Einkaufen der Grund-Zutaten ist dann angesagt.
  2. Selbst eine Kleinigkeit richten, (vor-)kochen und mitbringen.
    Wurstsalat, Gemüseeintopf, Matjes (geht gut!), Spaghetti Bolognese oder auch Maultaschen sind dafür Beispiele. Der eigenen kulinarischen Phantasie sind aber keine Grenzen gesetzt. Es sollten jedenfalls Gerichte sein, deren Reste man einfrieren oder auch am nächsten Tag noch zuhause oder im Büro verwenden kann.
  3. Kulinarische Highlights, wie Spargelessen mit unterschiedlichen Beilagen, geht natürlich auch. Zu den bisher besonders erfolgreichen „Specials“ gehört auch das selbstgemachte Rehragout (Lieferanten können gerne vermittelt werden) oder Spanferkel aus dem Kreuz in Moosbeuren. Das Wichtigste für solche kulinarischen Highlights ist die Notwendigkeit, eine gute Woche vorher(!) möglichst Viele einzuladen. Kleine Poster für die Wände im Stall, vorhandene WhatsApp-Gruppen und eine E-Mail sind die richtigen Kanäle. Die Reitervereinigung hat sogar einen Facebook-Account.

Das Abrechnen der eigenen Kosten ist nicht schwer: am einfachsten ist es, den Erlös zu spenden ?. Das muss aber nicht sein. Normal gilt die Devise: Einkaufsbelege mitbringen und abrechnen. Auf den Appetit gekommen? Einfach Josef Sauter oder Dr. Elisabeth Isbary anpiepsen. (s.o.) Übrigens, auch wer nicht gleich selbst wirten möchte, ist natürlich ebenfalls ganz herzlich willkommen!

Es ist einfach, sich im Reiterstüble mit Reiterfreunden zu treffen, zusammen zu sitzen und zu beliebigen Themen fachzusimpeln oder einfach nur nett „zum schwätza“.

vom 29. Mai 2019

Reitlehrerin und Betriebsleiterin

Reitlehrerin und Betriebsleiterin

Seit Anfang des Jahres und mit fließendem Übergang von gelegentlichem Da-sein bis zur festen Anstellung bei der Reitervereinigung, ist Carina Duelli jetzt der professionelle Mittelpunkt der Reitervereinigung. Ende April hat sie ihre Meisterprüfung in Warendorf bestanden. „Klassische Reitausbildung“ auf ihrem Meisterbrief bedeutet für sie, ihre Ausbildung von Reiter und Pferd entsprechend der „klassischen deutschen Reitkunst“ zu planen und umzusetzen. Die Grundlagen dieser Ausbildung stammen im Prinzip vom Pferd, das uns gelehrt hat, wie man es gesund und leistungsfähig erhält. Nicht umsonst hat Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten in keiner anderen Sportart mehr Weltmeister, Olympiasieger usw. feiern können. Das Ziel in Biberach ist Harmonie zwischen Reiter und Pferd. Das „richtige Reiten“ muss leicht und spielerisch aussehen. Dann passt es, ist Carinas Überzeugung.

Ihr Ziel ist es, Pferde zu befähigen und zu motivieren, Lektionen selbst machen zu wollen. Das geht spielerisch aber mit individuellem Eingehen auf Anatomie und Psyche des jeweiligen Pferdes. Kraftraubende und koordinativ schwierige Dinge werden an den Beginn jeder Reitstunde gebracht. Am Ende gibt es einen positiven Abschluss, mit dem, was dem Pferd leicht fällt und gut klappt. Offensichtlich profitieren unsere Schulpferde bereits von ihrem Verfahren: es gibt erste, schöne Erfolge unserer Schulpferde auf Turnieren!

Reitstunden gibt es für Pferdebesitzer als Einzelstunden und bei der Teilnahme an Gruppenstunden. Davon gibt es wöchentlich insgesamt 19. Die Gruppenstunden findet man im immer aktuellen Reitplan auf der Homepage der Reitervereinigung. Die TeilnehmerInnen werden nach Können und Ausbildungsstand in die Stunden eingeteilt. Vom Abteilungsreiten bis zum selbständigen Reiten unter Aufsicht reicht die Angebots-Palette.

Der Tagesablauf beginnt mit dem Reiten ihrer eigenen Pferde und vor allem ihrem Jasper, den sie seit er 4-jährig ist, (be-)reitet. Er ist ein „S-Dressur-Kracher“, den ihr ein Mäzen zur Verfügung stellt und z.B. die Boxenmiete bezahlt. Zwei Reitstunden mit Schulpferden gehören ebenfalls zum morgendlichen Angebot. Die Aufsicht und Anleitung unserer beiden Mitarbeiter im Stall, ist ebenfalls fester Morgen-Bestandteil. Während des Mittags stehen Abrechnung und Einteilen der Schulstunden, die Umsetzung von Absagen, die Pflege und Verbesserung des Reitplans, Planung von Ferienreitkursen, und zum Beispiel die Unterstützung des Flohmarkts am kommenden Samstag auf dem Programm. Jeden Nachmittag gibt es drei weitere Schulpferdestunden. Die Schulpferde werden an jedem Tag etwa 2-3 Stunden geritten. So viel regelmäßige Bewegung ist eigentlich ein Traum für Pferde.

vom 23.Mai 2019

Welt- und Europameister im St.-Georgs-Weg

Ganz schön stolz sind unsere VoltigiererInnen, wenn zum zweiten Mal nach 2017, Ende Juni die Landesmeisterschaften im Voltigieren in Biberach ausgetragen werden. Marina Rittelmann mit ihrem Team, den VoltigiererInnen und gemeinsam mit den tollen Eltern, wollen das Ereignis wiederum zu einem großen Erfolg, auch für die Reitervereinigung, machen.

Bei den meisten reiterlichen Disziplinen, denkt man bei dem Wort „Team“ an das Pferd und seinen Reiter. Dies sind nur zwei und deswegen eigentlich noch gar kein Team im engeren Sinne. Voltigieren ist im Gegensatz dazu, ein ausgeprägter Teamsport.  Neben den sportlichen Anforderungen sind Zusammenhalt und Teamgeist beim Voltigieren ganz besonders gefragt. Wenn zum Beispiel, wie letztes Jahr, ein Trainingslager mit Zelten verbunden ist, klappt das nur gemeinsam. Lob und Anerkennung gab es deswegen für die älteren Mädels, dass und wie sie sich um die Jüngeren gekümmert haben. Eine besondere Einstellung zum Team und dem Training zeigt sich auch, wenn die langjährige Chef-Voltigiererin Marina Rittelmann mal nicht da sein kann: trainiert wird dann trotzdem. Die Älteren kümmern sich schon. Ein gutes Gefühl.

Ein solches Team macht auch erfolgreich. Wenn es dann nur wenige Stunden dauert, bis die Frage nach Unterstützung von mehreren Familien mit „Na klar machen wir mit, das ganze Wochenende!“ beantwortet wird, ist dies obendrein ein tolles Zeichen für Zusammenhalt.

Die Landesmeisterschaften zu organisieren und die Reitervereinigung Biberach als Gastgeber zu profilieren ist das Eine. Mitmachen und sportliche Lorbeeren einsammeln steht für unsere VoltigiererInnen aber gleichermaßen auf dem Programm. Momentan trainieren unsere 25 Mädels dreimal wöchentlich. Montags, Freitags und Samstags ist Training in der Reithalle mit Coco und Capitano angesagt. Auch ohne Pferd geht‘s oftmals rund: Training auf dem Boden, Krafttraining und Dehnen oder Üben auf dem „Fasspferd“. Viele gehen ergänzend zum Voltigieren noch ins Turntraining oder haben ein eigenes Fasspferd daheim.

Die Titelkämpfe um die Landesmeisterschaften finden am 29. und 30. Juni 2019 auf unserer Reitanlage im St.-Georgs-Weg statt.

Kaufen und Verkaufen

Annähernd ein Drittel unserer 450 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Sie beteiligen sich aktiv am Vereinsleben, geschubst, angeleitet und unterstützt von Nici Praxl. Eine der großen Aktivitäten der „Reiterjugend“ ist der alljährliche Flohmarkt.

Am Samstag, dem 25. Mai treffen sich Verkäufer und Käufer in der Reithalle. Wie schon letztes Jahr, wird der Duft leckerer Waffeln, - gerade rieche ich es schon! - die Kaufstimmung fördern.

Die Standgebühren für VerkäuferInnen stehen auf dem Plakat. Wer also etwas hat, was verkauft werden soll, wendet sich an Nici Praxl und „bestellt“ seinen Marktplatz. Biertische, liebevoll dekoriert und mit gepflegtem Gebrauchtem sind optimal für den Verkauf reitsportlicher und anderer Flohmarktartikel.

Wer gebrauchte Reitgegenstände wie Handschuhe, Reithosen, Sattel, Gerte, Zaumzeug, ein Pferdebuch oder Ähnliches sucht, sollte sich die Gelegenheit jedenfalls nicht entgehen lassen.  

Bei Fragen hier klicken: Unsere Jugendwartin Nici Praxl wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Meistens weiß sie jemanden, der helfen kann. ?

Übrigens ist am 15. Mai Anmeldeschluss für Verkäufer!

Am besten gemeinsam und zusammen

Das Vorhandensein wichtiger, wirtschaftlicher Daten in einer „Tischvorlage“, war eine spannende Neuerung bei der Mitgliederversammlung im April. Einnahmen und Ausgaben des Jahres 2018 lagen ausgedruckt auf dem Tisch. Wer Interesse hatte, hat die Zahlen mitgenommen und vielleicht sogar mit Interesse angeschaut. Wenn es Zahlen gibt, kann man sie auch analysieren..

Die Daten aus dem Jahr 2018 zeigen u.a. die „pferdebezogenen Einnahmen“ unserer Reitervereinigung. Es gibt vier Einnahmen-Kategorien: die Ponys, das Voltigieren, die Schulpferde und die Privatpferde. Knapp 4% (aufgerundet) der Einnahmen stammten im letzten Jahr von den Ponys. Die Voltigiererlöse betragen etwas über 4% (abgerundet) aller pferdebezogenen Einnahmen.

Was eines meiner eigenen Vorurteile veränderte, waren die Zahlen zu den Schulpferden. Das blaue Segment setzt sich aus den Erlösen von Reitunterricht, Kooperationen und Schulpferde-Reitkursen zusammen. Die Reitstunden machen dabei 92% dieser Schulpferdeerlöse aus.
Die Zahlen zeigen, dass statistisch jedes der sieben Schulpferde im letzten Jahr 592,- Euro pro Monat zu den Erlösen der Reitervereinigung beigetragen hat. Schulpferde lohnen sich also sehr und das sicher nicht nur wegen der Einnahmen. Wie haben es die Gründungsväter in unsere Satzung geschrieben: § 2: „Der Verein bezweckt die Gesundheitsförderung und Leibesertüchtigung aller Personen, insbesondere der Jugend im Rahmen der Jugendpflege durch Reiten, Fahren, Voltigieren.“

Die höchste absolute Summe an Erlösen stammt von den eingestellten Pferden. Um den allgemein höheren Unterbringungsbedarf Im Winter abzufedern, werden gelegentlich und in Absprache, auch Boxen in der Hengststation genutzt. Für die Grafik sind die Boxenmieten angereichert mit den „dazugehörigen“ Fremdreiterzahlungen bei Lehrgängen, Reitbeteiligungen und der Hallenpauschale.

Während der Mitgliederversammlung kam die Frage auf, ob es nicht sinnvoll sei, den „Verein im engeren Sinne samt Schulpferden“ vom „Privatstall“ wirtschaftlich zu trennen. Was diese Zahlen uns deutlich sagen ist, dass ein „Eigenbetrieb Pferdehaltung“ wirtschaftlich nicht darstellbar sein kann. Wenn man die dazugehörigen Ausgaben für Futter, Gebäudeunterhalt, Wasser, Energie usw. gegenrechnen würde, wird schnell klar, dass der Spielraum für Gedankenspiele fehlt.

Es geht nur gemeinsam und zusammen.

2. Mai 2019

Unsere Mitgliederversammlung 2019

Am 26. April fand die erste Mitgliederversammlung des 2018 neu gewählten Vorstandsteams statt. Vielleicht deswegen hatten 62 stimmberechtigte Mitglieder den Weg ins Stüble gefunden? Deutlich mehr als „sonst üblich“. Alle Stühle und Tische, die wir haben, wurden gebraucht, um den Interessierten Platz zu bieten. Dies ist Grund genug, diesem Anlass die erste Ausgabe von „Wissenswertes aus der Reitervereinigung“ zu widmen.  

Der schönste Programmpunkt war die Würdigung von jahrzehntelanger Arbeit für unseren Verein: Andrea Berlin und Dr. Elisabeth Isbary wurden nach überwältigendem und einstimmigem Votum der Anwesenden, Ehrenmitglieder der Reitervereinigung Biberach.

Der wichtigste Programmpunkt war der Bericht des Vorstandes über das vergangene Jahr. Spannende Folien mit vielen Details wurden präsentiert. Transparenz ist eine der Absichten des Vorstands. Wer Interesse hat, findet deswegen die Folien hier. Betriebswirtschaftliche Detailfragen beantwortet der Vorstand gerne.
Eine besondere Neuerung war, dass jedes Mitglied von Vorstand und Ausschuss sich mit seinen Aufgaben und Zuständigkeiten den Anwesenden vorgestellt hat. (Verhinderte wurden vertreten. ?)

Der zentralste Programmpunkt war der Kassenbericht von Martina Luxenburger, die so nebenbei dafür sorgt, dass unser Geld korrekt verbucht und abgerechnet wird. Die Reitervereinigung bewegt jedes Jahr mehr als 300.000 Euro. Das entspricht einem ganz erheblichen Buchungsumfang und vielen, akribisch geführten und berichteten Details. Sowohl die Kassenprüfer als auch die anwesenden Mitglieder haben dem Vorstand daraufhin Entlastung erteilt.

Als strittigster Punkt, obwohl gar nicht auf der Tagesordnung, stellten sich unsere Ponys dar. Derzeit finden Gespräche zwischen Schützendirektion und Reitervereinigung statt. Thema ist dabei der Versuch, die Anzahl der Ponys in Zukunft so zu gestalten, dass die Reitervereinigung wirtschaftlich nicht ins Hintertreffen gerät. Dabei soll die Schützendirektion weiterhin sicher sein, dass ihre „Kleinen“ gepflegt und gehegt werden und sie ihre ganz besondere Rolle bei „Schützen“ auch in der Zukunft erbringen können.

Der offizielle Teil Mitgliederversammlung endete erst gegen 23 Uhr. Die letzten Diskussionen endeten erst gegen 1:30. 

 

vom 27. April 2019

Ja, früher …

Jeder kennt diesen Satz und etwa ab dem 30. Lebensjahr findet er Eingang in den Alltag. Wenn etwas als ungewohnt wahrgenommen, anders gesehen oder erlebt wird, als erwartet, dann kommt es: „Ja, früher …“.

Beim Nachdenken stellt man unschwer fest, dass das Früher sich oftmals in der Rückschau verklärt hat und es auch heute Vieles gibt, das schön, bemerkens- und vor allem wissenswert erscheint. Dies gilt natürlich auch für einen Reitverein, der dieses Jahr bereits seit 61 Jahren existiert. Eine lange Strecke mit vielen Erinnerungen und Prägungen.

Das Foto unseres ehemaligen Landrats Peter Schneider und Peter Friedrich stammt übrigens aus dem Jahr 2000. Peter Friedrich war der Vorgänger von Melanie Lott und hat viele Jahre die Hengststation bei der Reitervereinigung geführt und die Farben des Haupt- und Landgestüts Marbach vertreten. Damit früher nicht alles toll und heute viele Dinge „weniger toll“ erscheinen, starten wir „Wissenswertes aus der Reitervereinigung.“

Um die Unterschiedlichkeit von Einschätzungen und  Wahrnehmungen zu verringern und eine gemeinsame Wissensbasis für möglichst viele Mitglieder entstehen zu lassen, wollen wir ab sofort und (hoffentlich ?) regelmäßig, „Wissenswertes aus der Reitervereinigung“ vermitteln. Wichtig ist dafür eine E-Mail Adresse. Wer also noch jemanden kennt, dessen E-Mail-Adresse der Reitervereinigung unbekannt sein könnte, sollte dies bitte hier mitteilen. Das gleiche gilt für jeden, der „Wissenswertes aus der Reitervereinigung“, an eine andere E-Mail-Adresse erhalten möchte.

Das traditionelle „Hufschlag Frei“ wird es weiterhin auf Papier und auf dem postalischen Versandweg geben. Ziel, die Abstände der Versendung und die Menge der Inhalte sind andere. „Wissenswertes aus der Reitervereinigung“ wird eine Rolle daneben bekommen.

Worüber wir uns auch freuen, sind Ihre Tipps und Anregungen! Die Frage lautet: Was ist für Sie, ganz persönlich, im Zusammenhang mit unserer Reitervereinigung „wissenswert“?  Gerne dürfen Sie jede Frage stellen, wir werden versuchen, sachgerechte Antworten zu finden.

Aktuell gibt es eine „selbst erfundene“ Themenliste, mit deren Abarbeitung „Wissenswertes aus der Reitervereinigung“ gleich nach der Hauptversammlung beginnen soll. Apropos: treffen wir am uns 26. April 2019, nächsten Freitag, um 19:30 im Stüble zur Hauptversammlung?

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Reitervereinigung Biberach e.V.